Artikel: Schlafbegleitung für Kinder

Schlafbegleitung für Kinder
Am Abend fällt es Kindern nicht immer leicht, einfach abzuschalten. Erlebnisse aus dem Kindergarten oder der Schule, Streit, Aufregung oder auch die Angst vor der Dunkelheit können dafür sorgen, dass sie noch lange wach sind. Schlafbegleitung kann Kindern helfen, zur Ruhe zu kommen und sich beim Einschlafen sicher zu fühlen. Wie viel Unterstützung ein Kind dabei braucht, ist unterschiedlich. Manchmal reichen eine Umarmung und ein Gute-Nacht-Kuss, an anderen Abenden braucht es mehr Zeit und Nähe.
Was bedeutet Schlafbegleitung?
Bei der Schlafbegleitung bleibt eine vertraute Person beim Kind, bis es sich entspannt hat oder eingeschlafen ist. Das kann ganz unterschiedlich aussehen: am Bett sitzen, die Hand halten, vorlesen, kuscheln oder sich für eine Weile dazulegen. Manche Kinder sind zufrieden, wenn die Tür offenbleibt und die Eltern noch in Hörweite sind. Andere möchten, dass jemand direkt bei ihnen bleibt. Welche Form gut funktioniert, hängt vom Kind, seinem Alter und der jeweiligen Situation ab. Wichtig ist vor allem, dass der Abend möglichst ruhig und verlässlich abläuft.
Warum feste Abläufe beim Einschlafen helfen
Ein wiederkehrendes Abendritual hilft dabei, den Tag abzuschließen. Wenn bestimmte Schritte jeden Abend ähnlich ablaufen, weiß das Kind, was als Nächstes kommt. Zum Beispiel: Schlafanzug anziehen, Zähne putzen, eine Geschichte lesen und anschließend das Licht ausschalten.
Auch die Nähe der Eltern kann dabei unterstützen, Anspannung abzubauen. Sie muss deshalb nicht möglichst früh abgewöhnt werden. Gleichzeitig sollte die Schlafbegleitung für die Familie im Alltag machbar bleiben.
Einschlafhilfen für den Alltag
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Vorlesen
Vorlesen gehört für viele Familien fest zum Abend. Eine ruhige Geschichte lenkt die Aufmerksamkeit weg vom Tagesgeschehen und hilft dabei, langsam herunterzufahren.
Besonders geeignet sind Bücher, die nicht zu spannend oder zu lang sind. Auch bekannte Geschichten, die immer wieder gelesen werden, können beruhigend wirken.
Hilfreich kann es sein, vorher zu vereinbaren, wie viele Geschichten gelesen werden. So lässt sich die abendliche Diskussion um „noch eine Geschichte“ leichter vermeiden. -
Kuscheln und Körpernähe
Nicht jedes Kind möchte vor dem Einschlafen noch viel erzählen. Manchmal genügt eine Umarmung, gemeinsames Kuscheln oder ein vertrautes Kuscheltier. Das Wärmetier Schlafbär eignet sich ebenfalls. Es wird kurz erwärmt und spendet Wärme und Vertrauen, so dass das Kind beruhigt einschlafen kann. -
Musik und Hörgeschichten
Leise Musik oder eine Hörgeschichte können ebenfalls helfen, den Abend ruhiger ausklingen zu lassen. Wer dafür CDs nutzt, kann beispielsweise einen CD-Player für Kinder verwenden. Für die Schlafenszeit eignen sich eher ruhige und nicht zu lange Geschichten oder Musikstücke. Am besten gibt es einen klaren Abschluss. Läuft Musik die ganze Nacht, kann es passieren, dass sich das Kind daran gewöhnt und ohne nicht mehr einschlafen kann. -
Fantasiereisen und Entspannungsübungen
Wenn Kinder im Bett noch über viele Dinge nachdenken, können kurze Fantasiereisen oder einfache Entspannungsübungen helfen. Das Kind kann sich beispielsweise vorstellen, auf einer Wolke zu liegen, über einen ruhigen See zu fahren oder ganz langsam ein- und auszuatmen. Auch Audioangebote wie Mein kleiner Morphée können für solche Fantasiereisen oder Entspannungsübungen genutzt werden. -
Nachtlicht
Manche Kinder fühlen sich mit einem Nachtlicht wohler. Es gibt Orientierung im Zimmer und kann helfen, wenn ein Kind Angst vor der Dunkelheit hat oder nachts kurz wach wird. Das Licht sollte möglichst schwach und warm sein.
Wie lange brauchen Kinder Schlafbegleitung?
Eine feste Altersgrenze gibt es nicht. Manche Kinder schlafen schon früh problemlos allein ein, andere möchten auch im Grundschulalter noch, dass ein Elternteil eine Weile bei ihnen bleibt. Solange die Schlafbegleitung dem Kind hilft und für die Familie gut funktioniert, muss daran nichts geändert werden. Wird das Einschlafen allerdings jeden Abend sehr lang oder ist die Situation für die Eltern auf Dauer belastend, kann die Begleitung schrittweise reduziert werden. Zum Beispiel kann ein Elternteil zunächst direkt am Bett sitzen. Später rückt der Stuhl etwas weiter weg. Danach kann die Tür offenbleiben und vereinbart werden, dass Mama oder Papa nach einigen Minuten noch einmal kurz ins Zimmer kommen. Solche Veränderungen sollten vorher mit dem Kind besprochen werden und nicht plötzlich erfolgen.
Wenn Kinder plötzlich wieder mehr Nähe brauchen
Auch Kinder, die bereits allein einschlafen, können zeitweise wieder mehr Begleitung brauchen. Das kommt zum Beispiel nach einer Krankheit, einem Umzug, dem Kita- oder Schulstart, einer Reise oder anderen Veränderungen vor. In solchen Phasen kann es sinnvoll sein, vorübergehend wieder etwas mehr Nähe anzubieten. Häufig wird der Bedarf von selbst geringer, sobald der Alltag wieder vertrauter geworden ist.
Wann Eltern genauer hinschauen sollten
Dass Kinder gelegentlich schlecht einschlafen, nachts aufwachen oder phasenweise mehr Nähe brauchen, ist nicht ungewöhnlich. Bei anhaltenden Schlafproblemen sollten Eltern jedoch genauer hinschauen. Das gilt zum Beispiel, wenn ein Kind über längere Zeit sehr schlecht schläft, tagsüber stark unter Müdigkeit leidet, auffällig schnarcht oder Atempausen hat. In solchen Fällen sollte das Thema mit dem Kinderarzt besprochen werden.
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Text: K. K. - Online-Redakteurin / Foto: marvelmozhko von pixabay



