Artikel: Spiele für draußen

Spiele für draußen
Kaum scheint die Sonne, lässt sich kein Kind mehr drinnen halten. Aber was lässt sich draußen eigentlich alles spielen? Mehr, als die meisten Eltern spontan aufzählen würden. Wurfspiele, Schaukeln, Sandkasten, Rollenspiel im Tipi oder Naturerkundung mit Lupe und Kompass – die Bandbreite an Spielen für draußen ist groß. Und sie hängt weniger vom Budget ab als vom vorhandenen Platz und dem Alter der Kinder.
Dieser Ratgeber sortiert Outdoor-Spiele nach genau diesen Kriterien: Was passt in welchen Garten, auf welchen Balkon? Was funktioniert schon für Zweijährige, was erst für Schulkinder?
Wurf- und Geschicklichkeitsspiele
Werfen, zielen, punkten – Wurfspiele gehören zu den ältesten Spielen für draußen. Sie brauchen wenig Ausrüstung, lassen sich fast überall aufbauen und funktionieren in kleinen wie großen Gruppen. Die Regeln sind meistens in zwei Sätzen erklärt, weshalb auch jüngere Kinder schnell mitspielen können.
- Beim Ringwurfspiel werfen Kinder Ringe über Holzstäbe, die im Boden stecken. Jeder Stab bringt unterschiedlich viele Punkte. Das Spiel trainiert die Auge-Hand-Koordination und eignet sich schon ab etwa drei Jahren. Eine Gartenwiese reicht als Spielfläche völlig aus.
- Cornhole – auch Sackwurf genannt – funktioniert ähnlich: Kleine Stoffsäckchen werden auf ein Brett mit Löchern geworfen. Wer trifft, bekommt Punkte. Das Spiel ist in den USA ein Klassiker bei Gartenpartys und macht auch hierzulande Kindern und Erwachsenen gleichermaßen Spaß. Manche Sets kombinieren Cornhole mit einem Sling-Puck-Spiel auf der Rückseite, sodass gleich zwei Spielvarianten bereitstehen.
- Wer es etwas sportlicher mag, greift zu Pfeil und Bogen. Moderne Kindersets arbeiten mit Pfeilen, die weiche Schaumstoffspitzen haben – Verletzungsgefahr besteht also kaum. Kinder ab vier Jahren können damit auf mitgelieferte Zieltafeln schießen. Allerdings braucht man etwas mehr Platz als bei einem Ringwurfspiel, weil ein Sicherheitsabstand sinnvoll ist.
- Für Kinder ab vier Jahren gibt es außerdem ein Kinder Minigolf-Set aus Holz, das mit kleinen Rampen und Hindernissen für Abwechslung sorgt.
- Und wer nach einem eher ungewöhnlichen Wurfspiel sucht, wird bei Tualoop fündig: Dabei werden Ringe mit zwei Holzstäben geschleudert, gefangen und weitergegeben. Das Spiel stammt aus Deutschland und funktioniert ab etwa sechs Jahren. Gespielt wird zu zweit oder in Teams.
Schaukeln und Bewegungsspiele
Eine Schaukel ist für viele Kinder das erste Großgerät im Garten – und bleibt oft über Jahre interessant. Die Auswahl reicht von der Babyschaukel mit Gurt und seitlicher Stütze für Kinder ab zwölf Monaten über die klassische Brettschaukel bis zur Nestschaukel mit stabilem Holzrahmen, auf der auch zwei Kinder gleichzeitig Platz finden.
- Nestschaukeln haben den Vorteil, dass Kinder sich hineinlegen oder zu zweit nebeneinander sitzen können. Die Sitzfläche ist deutlich größer als bei einer Brettschaukel, und die Bewegung fällt sanfter aus – das macht sie auch für vorsichtigere Kinder attraktiv. Zur Nestschaukel
- Brettschaukeln sind dafür kompakter und längst nicht nur für Kleinkinder geeignet: Modelle in XL-Ausführung tragen auch Schulkinder.
- Wer den Garten als Bewegungsraum stärker nutzen will, kann eine Trapezschaukel mit Turnringen oder ein Kletterseil ergänzen. Beides lässt sich an einem stabilen Ast oder einem Schaukelgestell befestigen und fordert Kraft, Gleichgewicht und Koordination. Für Kinder ab etwa vier Jahren sind solche Geräte eine gute Ergänzung zur Schaukel, weil sie andere Muskelgruppen ansprechen.
- Eine Kletterschaukel 2 in 1 vereint beides: Sie lässt sich als Kletterseil und als Stehschaukel verwenden.
- Und die Skateboard-Schaukel bringt eine Variante ins Spiel, bei der Kinder stehend schaukeln – ein Balancetraining, das Schulkindern besonders Spaß macht.
Wichtig bei allen Schaukeln und Kletterprodukten: Die Aufhängung muss stabil sein. Hersteller geben die maximale Belastbarkeit an. Im Zweifelsfall lieber einen zusätzlichen Karabiner verwenden und die Seile regelmäßig auf Verschleiß prüfen.
Sand- und Matschspiele
Sand und Wasser sind das Spielmaterial, das Kinder am längsten beschäftigt. Wer schon einmal beobachtet hat, wie ein Zweijähriger konzentriert Sand von einem Becher in den nächsten schüttet, weiß: Hier herrscht keine Langeweile. Sandspiel fördert die Feinmotorik, das Verständnis für Mengen und Formen und nebenbei auch die Geduld.
- Ein Sandkasten mit Sitzgruppe und Matschtisch kombiniert gleich mehrere Funktionen: Der Rahmen dient als Sitzbank, in der Mitte befindet sich die Sandfläche, und über eine herausziehbare Metallschale lässt sich Wasser zum Matschen hinzufügen. Durch die angebrachten Räder kann der Tisch bei Bedarf verschoben werden. So ein Modell eignet sich ab etwa zwei Jahren und bietet Platz für mehrere Kinder.
- Die Matschküche ist das Pendant zum Sandkasten für Kinder, die lieber kochen als buddeln. In einer Holzküche mit Metallschüsseln wird aus Sand, Wasser, Gras und Blättern ein Fantasie-Menü zubereitet. Matschküchen gibt es in verschiedenen Größen: kompakte Varianten passen auch auf eine Terrasse, größere Modelle brauchen etwas mehr Stellfläche. Beide Varianten sind aus witterungsbeständigem Holz gefertigt.
Rückzugsorte und Rollenspiel
Nicht jedes Spiel draußen ist laut und wild. Kinder brauchen auch Orte, an denen sie sich zurückziehen können – zum Erzählen, Ausruhen oder für ruhige Rollenspiele. Ein Tipi oder Spielzelt erfüllt genau diese Funktion.
Das Outdoor Zelt Tipi besteht aus vier Holzstangen und einem wetterfesten Stoff. Der Aufbau dauert wenige Minuten, Werkzeug ist keines nötig. Im Garten wird das Tipi zum Vorleseort, zur Forscherstation oder einfach zum Versteck. An kühlen Tagen oder bei Regen lässt es sich ins Kinderzimmer umstellen – es funktioniert also ganzjährig.
Rollenspiel ist für die kindliche Entwicklung wesentlich: Kinder verarbeiten darin Erlebnisse, probieren soziale Situationen durch und entwickeln Sprache und Ausdruck. Ein eigener Raum – sei es ein Tipi, eine Decke über zwei Stühlen oder ein Pappkarton – gibt diesem Spiel einen Rahmen.
Natur entdecken
Draußen spielen und lernen liegen nah beieinander. Mit dem richtigen Zubehör wird ein gewöhnlicher Spaziergang zum Forschungsausflug. Ein Käfer unter der Lupe, ein unbekannter Vogel durch das Fernglas, eine Spur im Matsch – solche Beobachtungen wecken Neugier und fördern ein Verständnis für die Natur, das nicht allein aus Büchern entsteht.
- Der Entdeckerrucksack „Discover" enthält ein Fernglas, einen Kompass, eine Schaufel, ein Insektennetz und eine Trinkflasche – alles in einem Rucksack, den Kinder ab etwa vier Jahren selbst tragen können.
- Für etwas ältere Kinder, die schon längere Strecken laufen, bietet der Entdeckergürtel „Discover" eine Alternative: Er wird wie ein Gürtel getragen und enthält Kompass, Pfeife, Seil, Karabiner und Lupe. Damit lassen sich kleine Abenteuer im Wald oder Park ausstatten, ohne dass ein Rucksack nötig ist.
- Passend dazu gibt es ein Schnitzmesser-Set mit Schnittschutzhandschuhen und Holzblock – für Kinder, die lernen möchten, mit einem Messer umzugehen.
Worauf beim Kauf von Outdoor-Spielzeug achten?
Holz ist bei Outdoor-Spielzeug das Material der Wahl, wenn es um Langlebigkeit und Haptik geht. Massivholzprodukte halten bei guter Pflege über Jahre.
Wichtig: Holzspielzeug für draußen sollte nach der Saison trocken gelagert werden, damit es nicht reißt. Eine gelegentliche Behandlung mit Holzöl schützt die Oberfläche.
Die Altersangaben der Hersteller sind Richtwerte. Ein dreijähriges Kind, das noch wenig Wurferfahrung hat, wird beim Cornhole andere Ergebnisse erzielen als ein fünfjähriges. Das Spielzeug sollte zum Entwicklungsstand passen, nicht zwingend zum Alter.
Bei Schaukeln und Klettergeräten lohnt ein Blick auf Prüfzeichen wie GS (Geprüfte Sicherheit) oder TÜV. Sie bestätigen, dass das Produkt nach europäischen Sicherheitsstandards getestet wurde. Das ersetzt aber nicht die regelmäßige Kontrolle durch die Eltern: Seile, Karabiner und Befestigungen sollten vor jeder Saison überprüft werden. Noch nicht das richtige gefunden? Dann schauen Sie mal in unsere Kategorie Outdoor Spielzeug!
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(Text: K. K. - Online Redakteurin / Foto: Ian Taylor von Pexels)


